Termin buchen

KI erklärt12. Dezember 202510 Minuten

Open WebUI als ChatGPT-Alternative: was es kann und was es kostet

Open WebUI ist eine Oberfläche für Sprachmodelle, die auf Ihren eigenen Servern läuft und sich für die Nutzer anfühlt wie ein gewohntes Chatfenster. Als selbst gehostete Alternative zu ChatGPT nimmt sie Ihnen die Modellwahl nicht ab, und Betrieb kostet sie auch. Dieser Text sagt, was sie kann, was sie nicht kann und was dahintersteckt.

Eckdaten
Was es ist
Selbst betriebene Weboberfläche für Sprachmodelle, quelloffen
Lizenzkosten
Freie Fassung kostenlos, daneben eine kostenpflichtige Unternehmenslizenz
Einrichtung bei uns
Individuelle Entwicklung: Pilot 4.900 €, Vollsystem ab 12.900 €, zzgl. MwSt.
Bis produktiv
Zwei bis vier Wochen bei einem Standardaufbau
Laufend
Server, Modellnutzung, Wartung
Belegter Einsatz
Armaturenhersteller im Mittelstand, in Betrieb seit Dezember 2025

Was Open WebUI ist

Open WebUI ist eine Weboberfläche für Sprachmodelle, die Sie auf einem eigenen Server betreiben. Sie sieht aus wie ein Chatfenster und verhält sich auch so. Der Unterschied zu ChatGPT liegt darunter: Betreiber sind Sie, das Modell wählen Sie, und die Verläufe liegen in Ihrer Datenbank.

Der Name führt in die Irre, wenn man ihn für ein fertiges Produkt hält. Open WebUI ist kein Sprachmodell und kein Wissenssystem. Es ist die Bedienoberfläche und die Verwaltung darum herum: Benutzer, Rollen, Verläufe, hochgeladene Dateien, angebundene Modelle.

Der Quellcode liegt offen, die freie Fassung kostet nichts. Bezahlt wird alles andere: Server, Modellnutzung, Einrichtung, Betrieb. Was das im Einzelnen bedeutet, steht weiter unten in Zahlen.

Links in der Skizze steht, wofür viele Open WebUI halten, rechts, was tatsächlich auf dem Server landet: eine Oberfläche mit Benutzern, Rollen und Verläufen, an die Modelle angebunden werden.

Die Zeichnung zeigt, wie sich das verteilt: vorn das Fenster, das die Nutzer bedienen, dahinter das Modell, die Datenbank und die Ablage, die jemand aufsetzen und füllen muss.

Vorn steht das Fenster, dahinter stehen Modell, Datenbank und Ablage.

„Die Zusammenarbeit mit dem Team von Deep5 war eine äußerst bereichernde Erfahrung, die weit über oberflächliche Erwartungen hinausging.“

Dominik Weis, Founder bei Cyber Insight

Was die Oberfläche mitbringt

Der Funktionsumfang ist der Grund, warum das Projekt so verbreitet ist. Vieles, was man sonst selbst bauen müsste, ist bereits da und wird laufend weiterentwickelt.

Für die Nutzer ist der Einstieg kurz, weil die Bedienung dem entspricht, was viele privat schon kennen. Das ersetzt keine Einführung. Wer nie gelernt hat, welche Fragen ein Sprachmodell zuverlässig beantwortet und welche nicht, bekommt auch in einer vertrauten Oberfläche unbrauchbare Antworten.

Der Trichter daneben zeigt, was in dieser einen Oberfläche zusammenläuft: hochgeladene Dokumente, mehrere Modelle nebeneinander und die Anmeldung aus dem Verzeichnis, das im Unternehmen schon steht.

Was mitgeliefert wird

  • Chat mit Verlauf, Markdown, Formelsatz und Hervorhebung für Quelltext
  • Upload von Texten, Bildern und Dokumenten, auch dauerhaft als Sammlung
  • Antworten auf Basis eigener Dokumente, mit Verweis auf die Fundstelle. Wie das darunter arbeitet, steht in Was ein RAG-System ist
  • Benutzerverwaltung mit Rollen, Gruppen und Arbeitsbereichen für Teams
  • Anmeldung über vorhandene Verzeichnisse per OAuth, OIDC oder LDAP
  • Eigene Assistenten mit festem Auftrag, etwa eine Auskunft, die nur die Preisliste beantwortet
  • Mehrere Modelle nebeneinander, lokal oder über eine Programmierschnittstelle
  • Protokolle darüber, wer wann was abgefragt hat

Was Open WebUI nicht kann

Die Software ist eine Oberfläche mit Anschlüssen. Alles, was hinter den Anschlüssen liegt, ist Arbeit, die jemand machen muss.

Fünf Punkte lassen Projekte regelmäßig länger dauern als geplant. Keiner davon ist ein Mangel der Software, alle fünf sind Aufwand, der irgendwo im Plan stehen muss.

AufgabeWas die Software tutWas zusätzlich zu tun ist
Dokumente lesenNimmt auf, was ihr aufbereitet vorliegtEine eigene Aufbereitungsstrecke für PDF mit Spalten, gescannte Zeichnungen und Tabellen in Bildform
Rechte je DokumentÜbernimmt Anmeldung und Gruppen aus dem vorhandenen VerzeichnisDie Entscheidung, wer welche Datei sehen darf, und ihre Abbildung im Bestand
Quellen prüfenVerweist auf die Datei, aus der sie zitiertDie Zahlen selbst prüfen. Steht die falsche in der Datei, steht sie in der Antwort
Fachsysteme anbindenBringt Anschlüsse für Schnittstellen, SQL und einen MCP-Server mitERP, CRM und Dokumentenmanagement einzeln anbinden
BetriebLäuft als Anwendung im NetzAktualisierungen, Sicherungen, Zertifikate und Überwachung

Selbst betrieben heißt nicht automatisch alles im Unternehmen

Der Satz „Ihre Daten verlassen das Unternehmen nicht“ gilt für die Oberfläche. Für das Modell gilt er nur dann, wenn das Modell ebenfalls bei Ihnen läuft. Diese Unterscheidung fällt in Werbetexten gern weg, sie entscheidet aber über den Datenschutz.

Es gibt drei Wege, und Open WebUI lässt alle drei zu, auch nebeneinander. Was der zweite und der dritte für Sie bedeuten, klärt kein Häkchen in der Software, sondern der Vertrag mit dem Anbieter und die Frage, welche Daten überhaupt hinein dürfen.

In der Praxis mischen wir: das offene Modell für alles, was Personendaten oder Preise berührt, das kommerzielle für Textarbeit ohne heiklen Inhalt. Open WebUI kann diese Trennung pro Modell und pro Assistent abbilden.

Die Zeichnung legt beide Wege nebeneinander: die eine Anfrage bleibt beim eigenen Modell im Unternehmen, die andere geht durch dieselbe Wand hinaus zum Anbieter.

Der WegWo die Anfrage landetWas er verlangt
Offenes Modell auf eigener HardwareIm Unternehmen, jede einzelneGrafikkarten. Die verfügbaren Modelle sind schwächer als die großen kommerziellen
Schnittstelle eines AnbietersBeim Anbieter, samt Inhalt der AnfrageEinen Vertrag und die Festlegung, welche Inhalte hinausgehen dürfen
Schnittstelle im europäischen RechtsraumBeim Anbieter, verarbeitet in EuropaDenselben Vertrag, geprüft am Ort der Verarbeitung

Selbst betrieben heißt nicht automatisch alles im Unternehmen. Hängt ein öffentliches Modell dahinter, geht die Anfrage trotzdem hinaus.

Wie ein Aufbau in der Praxis aussieht

Ein Beispiel aus unserer Arbeit, anonymisiert. Ein Armaturenhersteller im Mittelstand wollte seine Unterlagen per KI abfragen, ohne Preislisten und Kundendaten in öffentliche Werkzeuge zu tippen. Drei Bestandssysteme, dazu Ablagen auf OneDrive und SharePoint, gemeinsam abfragen ließ sich nichts davon.

Angefangen haben wir nicht mit Hardware, sondern mit den Leuten. Am 10. September 2025 lief eine Schulung für die Verwaltung, anderthalb bis zwei Stunden, geübt am eigenen Fall Preisauskunft. Die Teilnehmer bauten selbst einen Assistenten, der nur Fragen zu Artikelpreisen beantwortet, auf die Stelle in der Datei verweist und alles andere ablehnt.

Gebaut wurde danach eine Plattform im Netz des Unternehmens, mit eigener Subdomain und Anmeldung über den Verzeichnisdienst, den es dort schon gab. Woraus dieser Aufbau besteht, steht am Ende dieses Textes.

In Betrieb ist das System seit Dezember 2025. Die Anbindung von Dokumentenmanagement, CRM und ERP steht als nächster Ausbauschritt an, ebenso ein Rechtemodell auf Dokumentebene. Der ganze Vorgang steht im Bericht dazu, mit Daten und offenen Punkten.

Wie ein Aufbau abläuft

Wir richten Open WebUI in vier Schritten ein. Die Dauern gelten für einen Aufbau ohne Sonderfälle, und ein solcher Aufbau ist damit in zwei bis vier Wochen produktiv.

Die Kette daneben zeigt, wo die Zeit liegt: der dritte Schritt dauert mit fünf bis zehn Tagen am längsten und ist der einzige, in dem etwas entsteht, das es so nur bei Ihnen gibt.

Auf der Zeitachse sehen Sie, wo die Zeit liegt: der dritte Schritt ist fast so lang wie die drei anderen zusammen und der einzige, in dem etwas entsteht, das es so nur bei Ihnen gibt.

Vier Schritte

  • Bedarf und Konzept, ein bis zwei Tage. Anwendungsfälle sammeln, Architektur festlegen.
  • Aufsetzen und Konfiguration, drei bis fünf Tage. Installation, Anmeldung, Absicherung, Erscheinungsbild.
  • Anpassung und Anbindung, fünf bis zehn Tage. Dokumentstrecke, eigene Assistenten, Schnittstellen.
  • Einführung und Schulung, zwei bis drei Tage. Administratoren, Nutzer, begleiteter Start.
Kabelpritsche in einem Technikraum
Was hinter der Oberfläche steht, muss jemand betreiben
5 BIS 10 TAGE
Vier Etappen auf einer Zeitachse, die dritte fast so lang wie die drei anderen zusammen.

Was die Einrichtung kostet

Für die individuelle Einrichtung bieten ein Pilot und ein Vollsystem Orientierung. Zum vereinbarten Umfang gehören der Aufbau, die Grundkonfiguration und die Anmeldung über einen Anbieter. Das konkrete Angebot richtet sich nach Ihren Anforderungen.

Die Stufe darüber deckt ERP- und Datenbankanbindung, mehrere Mandanten und eigene GPU-Infrastruktur ab und wird einzeln kalkuliert.

Preisorientierung für individuelle Entwicklungen, zzgl. MwSt. Der Pilot wird im Vollsystem angerechnet. Betrieb ab 590 € monatlich, zwölf Monate Mindestlaufzeit. Das fertige Mietsystem für Hausverwaltungen hat eigene Konditionen.
LeistungIndividueller PilotIndividuelles Vollsystem
Preis4.900 € nettoab 12.900 € insgesamt
UmfangDie Unterlagen einer AbteilungAlle Abteilungen, alle Dokumentsorten
DokumentstreckeAufbereitung der übergebenen UnterlagenDazu eine Strecke für neue Dokumente
Eigene AssistentenEiner, für den Fall der AbteilungMehrere, dazu Agenten für eigene Abläufe
RechteAnmeldung über Ihr VerzeichnisRollen und Trennung zwischen Abteilungen
SchulungAdministration, vier StundenEin Schulungstag für Ihre Nutzer
DanachDreißig Tage Unterstützung per E-MailBetrieb individueller Systeme ab 590 € im Monat

Was laufend dazukommt

Die freie Fassung der Software kostet nichts. Laufend zahlen Sie drei Posten.

Ob das gegenüber einer Lizenz pro Kopf und Monat günstiger ist, hängt an der Nutzung. Bei wenigen Nutzern mit hohem Verbrauch sieht die Rechnung anders aus als bei vielen Nutzern mit gelegentlichen Fragen. Wir rechnen das im Erstgespräch mit Ihren Zahlen durch und schreiben hier keinen Prozentsatz hin, der für Ihren Fall vielleicht nicht gilt.

Drei laufende Posten

  • Server. Eine Maschine im eigenen Rechenzentrum oder eine gemietete.
  • Modellnutzung. Null, solange alles lokal läuft. Nach Verbrauch, sobald eine externe Schnittstelle im Spiel ist.
  • Wartung. Aktualisierungen, Sicherungen, Zertifikate und Überwachung, wie bei jeder anderen Anwendung im Netz.

Wann sich der eigene Betrieb rechnet

Der eigene Betrieb lohnt sich, wenn mindestens einer der folgenden vier Punkte auf Sie zutrifft.

Dafür spricht

  • Sie haben Unterlagen, die nicht in ein öffentliches Werkzeug dürfen.
  • Sie wollen mehrere Modelle nebeneinander nutzen und den Anbieter wechseln können.
  • Sie haben mehr Nutzer, als Sie einzeln lizenzieren wollen.
  • Sie brauchen Assistenten, die an Ihre Abläufe gebunden sind und nicht an das, was ein Anbieter vorsieht.

Wann er sich nicht rechnet

Er lohnt sich nicht, wenn fünf Leute gelegentlich Texte formulieren lassen, keine eigenen Dokumente einfließen sollen und niemand im Unternehmen einen Server betreuen kann oder will. Dann ist ein Geschäftskonto beim Anbieter der ehrlichere Weg, und wir sagen das auch so.

Zwischen beiden Fällen liegt der übliche Zustand: Es gibt Unterlagen, es gibt Interesse, und es fehlt eine Entscheidung darüber, wo angefangen wird. Dafür gibt es die KI-Standortbestimmung mit Fahrplan: Voranalyse, zwei Intensivtage und schriftliche Handlungsempfehlungen, bevor Sie in ein System investieren.

Vier Fragen, die Sie vorher klären können

Diese vier Fragen beantworten Sie ohne uns, und sie machen jedes Gespräch danach kürzer.

Vier Fragen

  • Welcher Fall soll besser werden? Nicht „Wissensmanagement“, sondern „der Innendienst beantwortet zwanzigmal am Tag dieselbe Frage nach Ersatzteilnummern“.
  • Woher kommt die Anmeldung? Gibt es Entra ID, LDAP oder etwas anderes.
  • Welche Unterlagen sollen hinein? Und in welchem Zustand sind sie.
  • Darf ein externes Modell mitspielen? Und wenn ja, für welche Inhalte.

Was Sie als Nächstes tun

Wenn Sie das beisammen haben, ist die Frage nicht mehr, ob Open WebUI passt, sondern welcher Umfang. Was daraus bei uns wird, steht unter Wissenssysteme. Wer vorher die Leute mitnehmen will, findet den passenden Einstieg unter Schulung und Befähigung.

Oder Sie nehmen die halbe Stunde Erstgespräch und bringen die vier Antworten mit. Wir sagen Ihnen dann, ob daraus ein System wird und was der erste Schritt kostet.

Der technische Aufbau im Einzelnen

Was beim Armaturenhersteller auf dem Server läuft

Gebaut wurde ein Docker-Compose-Verbund auf einem Linux-Server im Netz des Unternehmens. Die Plattform hat eine eigene Subdomain, Aktualisierungen laufen über docker compose pull.

Der Verbund

  • Open WebUI als Oberfläche.
  • Qdrant als Vektordatenbank.
  • docling-serve für die Dokumentaufbereitung.
  • SearXNG als eigener Suchdienst für die Websuche.
  • Microsoft Entra ID für die Anmeldung, per OAuth und OIDC gegen den vorhandenen Tenant.
Der Punkt

Selbst betrieben heißt nicht alles im Unternehmen

Open WebUI läuft auf Ihrem Server. Welches Sprachmodell dahinter antwortet, ist eine zweite Entscheidung.

Hängt ein zugekauftes Modell daran, geht die Anfrage trotzdem hinaus. Wer das nicht will, betreibt das Modell mit, und das ist der Punkt, an dem die Rechnung anders aussieht.

Eine Anfrage bleibt beim eigenen Modell, die andere geht durch die Wand zum Anbieter.
Passend dazu

Wenn die Oberfläche allein nicht reicht

Open WebUI ist das Fenster. Wir entwickeln, was dahinter liegt: Vektordatenbank, SQL-Ebene und die Strecke, die Ihre Unterlagen einliest.

Zur Leistung

Lohnt sich ein eigener Server bei Ihnen?

Eine halbe Stunde. Sie bringen die vier Antworten mit, die weiter oben stehen: Fall, Anmeldung, Unterlagen, externes Modell. Wir sagen Ihnen, ob daraus ein System wird und was der erste Schritt kostet.

Lieber ohne Kalender? info@deep5.io oder +49 176 57703783.