Eine instabile Analyseplattform übernehmen und stabilisieren
Synthexa, ein junger Anbieter von Analysen für Handels- und Marktdaten, hatte seine KI-Plattform offshore bauen lassen und bekam ein MVP ohne Infrastruktur-Code, ohne Tests und ohne Dokumentation. Wir haben geprüft, was davon trägt, und den Rest neu gebaut.
- Kunde
- Synthexa, Analysen für Handels- und Marktdaten (namentlich freigegeben)
- Ausgangslage
- Offshore gebautes MVP ohne Infrastruktur-Code, ohne Tests, ohne Dokumentation, Betrieb auf dauerhaft gemieteter GPU-Kapazität
- Gebaut
- Prüfbericht, dann Infrastruktur und Auslieferungsstrecke von Grund auf, Wechsel auf zugekaufte Sprachmodelle, Datenhaltung ins Backend, Tests und Auslieferung automatisiert
- Dazu
- Analysemodule für die Endkunden von Synthexa, darunter ein internationaler Süßwarenkonzern: Sortimentsoptimierung in vier Schritten, Konsolidierung von zehn und mehr Simulationen über rund zehn bis elf Märkte
- Zeitraum
- Prüfung ab 2024, Umbau Februar bis März 2025, danach laufende Weiterentwicklung
- Steuerung
- Seit April 2026 über ein eigenes Gerüst: ein Entwickler und die Projektsteuerung von uns, ein Entwickler und zwei Fachverantwortliche beim Kunden
- Stand
- In Betrieb seit März 2025
Ausgangslage
Ein Ergebnis, das niemand prüfen konnte. Synthexa hatte seine KI-Plattform von einem Offshore-Dienstleister bauen lassen. Nach rund sechs Monaten Arbeit lag ein MVP vor. Das Gründerteam selbst hatte keine technische Erfahrung und konnte nicht beurteilen, was es bekommen hatte.
Dazu kam ein teurer Betrieb. Der Inferenzserver brauchte mindestens 39 GB VRAM, also dauerhaft gemietete GPU-Kapazität. Die Excel-Auswertung erkannte nur senkrecht angeordnete Tabellen, ließ Filter und hinterlegte Formeln außer Acht und war für Fragen nach einzelnen Zahlen nicht zuverlässig.
Für die Prüfung bekamen wir nur eine Kopie des Codes, keinen Zugriff auf die Repositories. Der Befund war kurz.
So sah die Abgabe aus: ein Gebäude, das von außen fertig ist und auf Hilfsstützen über einer Grube steht, in der niemand ein Fundament gegossen hat.
Was in der Abgabe fehlte
- kein Infrastruktur- und Betriebscode
- keine Tests
- keine Dokumentation außer ein paar Kommentaren
- keine Fehlerbehandlung in der API
- Sicherheit nur als Nutzer-Authentifizierung, und die war nicht im Backend umgesetzt
- von zwei Demo-Umgebungen funktionierte eine nicht
Was wir gebaut haben
Zuerst ein Prüfbericht entlang von Code-Qualität, Architektur, Performance, Sicherheit, Testing, CI/CD und Dokumentation, mit priorisierten Empfehlungen und einer eigenen Analyse des Excel-Algorithmus. Er sagte auch, was bleibt: Das fachliche Konzept trägt, es muss ausgebaut werden.
Von Februar bis Mitte März 2025 dann die Infrastruktur, von Grund auf. Serverumgebung, Netz und Firewall neu aufgesetzt, die Dienste in Containern orchestriert. Dazu eine Auslieferungsstrecke aus Build, Ablage und automatischem Ausrollen, sortierte Repositories mit geregelten Berechtigungen, Fehler-Monitoring auf Oberfläche und Backend. Bis zum 18. März 2025 war die Plattform selbst umgebaut.
Seit 2026 kommen Analysemodule für die Endkunden von Synthexa dazu, darunter ein internationaler Süßwarenkonzern. Ein Modul führt zehn und mehr Simulationen über rund zehn bis elf Märkte in einer Übersichtstabelle zusammen. Seine Spalten erkennt es über die Kopfzeilennamen statt über feste Positionen, weil dieselbe Kennzahl je Warengruppe woanders steht. Die Ausgabe ist mit Absicht eine Excel-Datei außerhalb des Systems, damit jemand einen Wert ändern kann, ohne alles neu zu rechnen.
Das zweite Modul ist die Sortimentsoptimierung, ein Assistent in der Oberfläche. Verglichen wird über mehrere Handelsketten, so fallen Artikel auf, die in anderen Ketten gut laufen und im untersuchten Sortiment fehlen. Gerechnet wird in vier Schritten.
Die Gegenüberstellung zeigt, was übernommen wurde und was danach da war. Der Unterschied ist nicht die Funktion, sondern ob man sie betreiben kann.
Der erste Schritt zeichnet die Konzentrationskurve: Links vom Schnitt liegen die wenigen Artikel, die den gewählten Umsatzanteil tragen, rechts davon der lange Rest.
Die vier Schritte der Sortimentsoptimierung
- eine Konzentrationskurve mit wählbarem Cutoff bei 80, 85 oder 90 Prozent des Umsatzes
- die Verteilung auf Segmente
- eine Scorecard über heute zwei je zur Hälfte gewichtete Kennzahlen
- daraus die Ein- und Auslistungsempfehlung
| Stelle | Was der Umbau geändert hat |
|---|---|
| Sprachmodelle | die selbst betriebenen ersetzt durch Modelle, die über eine Schnittstelle zugekauft werden |
| Rechenleistung | statt dauerhaft gemieteter GPU-Kapazität wird nur bezahlt, wenn gerechnet wird |
| PDF-Extraktion | auf ein multimodales Verfahren umgestellt |
| Datenhaltung | ins Backend migriert |
| Tests und Auslieferung | über eine Pipeline automatisiert |
Was heute läuft
In Betrieb seit März 2025. Synthexa arbeitet mit der Plattform, Endkundenprojekte laufen darauf, und wir entwickeln sie weiter.
Seit April 2026 steuern wir das Projekt über ein eigenes Gerüst aus Daily Work Log, Decision Log, Roadmap und Tickets in Linear. Wir stellen einen Entwickler und die Projektsteuerung, Synthexa einen Entwickler und zwei Fachverantwortliche.
Zwischen der Abgabe und heute liegen drei Stationen: der Prüfbericht, das Fundament, das in der Abgabe fehlte, und der Betrieb seit März 2025.
Das beweist
Wer den tragfähigen Teil einer fremden Codebasis benennen kann und den Rest neu baut, erspart dem Kunden den zweiten Fehlstart. Und wenn Sie die Arbeit eines Dienstleisters selbst nicht beurteilen können, brauchen Sie jemanden, der genau das tut, bevor daraus ein Produkt wird. Wie wir dabei vorgehen, steht unter KI-Implementierung, und den ersten Blick auf eine fremde Codebasis besprechen wir im Erstgespräch.
„Deep5 hat uns dabei geholfen, unsere Graph- und Report-Analyse deutlich zu verbessern. Besonders schätzen wir die fachliche Kompetenz und die praxisnahe Umsetzung.“